von Walter Nehlich
Urkunden
aus dem frühen 19. Jahrhundert sind nun nicht gerade die ältesten Zeugnisse unserer
Vergangenheit, können aber nicht desto trotz sehr schwierig zu lesen sein. Hier
möchte ich ein solches von 1809 vorstellen, das zum einen dieses schwere Lesen
zeigt (einige Stellen sind auch jetzt noch unklar), zum anderen jedoch über
menschliche Hilfe Auskunft gibt, wie sie es immer wieder trotz vorhandener
Armut gegeben hat.
Genau
genommen gehören noch weitere Faktoren zu diesem „Vorgang“, bei dem eine Wiese
(„Bend“) für die Armen vermacht wurde. Auf der einen Seite des Dokumentes ist
zunächst beurkundet worden, wie hoch der Verkaufserlös für diese Wiese gewesen
ist, so dass die Anspruchshöhe unstrittig gewesen war. Zudem wäre interessant,
ob über die weitere Verwendung dieses Betrages etwas zu erfahren ist. Dieser
Frage werde ich in den Akten der Reformierten Kirchengemeinde[1]
in Gemünd noch zu einem späteren Zeitpunkt nachgehen.
Hier
zunächst der Text der Urkunde, wie ich ihn lese:
Heute zahlte mir Herr Peter Heilger von
Haaßenfeld den von der Wtb. Hub.
Kreischer in
Peter Heilger damit thun kann, wie er es für
sich am dienlichsten und nützlichsten findet.
Gemünd am 30ten Nov. 1809
C/o Lud. Rotzebach
(?) Kirchmeister
Heinr. Rotzebach (?) (?)
Hier
die Originalurkunde:

Walter Nehlich,
Heimbach, 2006. Alle Rechte vorbehalten.
[1] Es gab ursprünglich in Gemünd sowohl eine evangelisch-lutherische als auch eine evangelisch-reformierte Kirchengemeinde, und deshalb auch zwei Kirchen(gebäude). Von der evangelisch-reformierten Kirche steht vor dem Pfarrhaus heute noch ein beträchtliches Mauerstück. Die Akten werden im Archiv der heutigen ev. Kirchengemeinde verwahrt. Der Kirchmeister ist u.a. für die Vermögenswerte der Kirchengemeinde verantwortlich.