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Geschichtsverein Stadt Heimbach/Eifel e.V. - Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Geschichtsvereine im Kreis Düren - |
In
genanntem Werk finden wir u.a. folgende Passagen über unsere unmittelbare
Heimat:
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S.
44 |
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Esel werden in den hohen
Bergen und in den Mühlen der abgeschlossenen Thäler als Saumthiere gebraucht;
am zahlreichsten trifft man sie in Heimbach an. |
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S.
91 |
IV. Zülpichgau. Flattena, Vlatten (846). Nachstehende
Kirchen lagen in demselben: Abenden, Berg vor Nideggen, Berg vor Flosdorf,
Bergstein, Blens, Bleibuir, Bürvenich, Disternich, Dreiborn, Drove, Eicks,
Embken, Froitzheim, Füssenich, Gladbach, Glehn, Hausen, Hergarden, Heimbach,
Kreuzau, Mechernich, Mödersheim, Nideggen, Niederau, Olef, Scheven, Soller,
Stockheim, Sievernich, Vettweiß, Vlatten, Wollersheim, Wollseifen. |
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S.
137f |
Ehe
die Ruhr das große Dorf Heimbach erreicht, windet sie sich in großen
Serpentinen um den Kermeter (Kärmeter) Hochwald,*) an dessen nördlichem
Abhange, jedoch noch immer in bedeutender Höhe, die verfallene Klosterkirche Mariawald nebst einer Pächterwohnung
liegt. Hier auf der Anhöhe „Berscheid“ erbaute Herr Johann Düringen von
Bürvenich, Pfarrer zu Heimbach, im J. 1477 eine Kapelle zur Verehrung der h.
Maria. Der Herzog Wilhelm von Jülich übergab 1489 auf Bitten des Pfarrers zu
Heimbach die Kapelle dem Kloster Bottenbroich und ertheilte die Erlaubniß, an
der Kapelle ein Kloster zu errichten. Nun schickte das Kloster Bottenbroich
aus seiner Mitte mehrere Ordensgeistliche und Laienbrüder nach der Kapelle
„Mariaweiler auf dem Kärmeter“, welche sich nicht allein durch Beförderung
der Andacht, sondern auch durch die Kultur des Landes verdient gemacht haben.
Durch ihrer Hände Arbeit und ihre angestrengten Bemühungen gelang es ihnen,
die Waldungen im Umfange der besagten Kapelle auszurotten und den Boden zum
Betrieb des Ackerbaues gleich zu machen. 1489 ward es als selbstständiges
Kloster dem Cisterzienser=Orden einverleibt. Der erste Prior war Johann von
Köln, welcher die bis dahin bestandene hölzerne Kapelle abgebrochen und durch
Beihülfe seiner Klosterbrüder eine andere schöne Kirche an deren Stelle
errichtet. Hat. Das Kloster besa0 7 in der Nachbarschaft gelegene Weinberge
und wurde von vielen Seiten reichlich beschenkt. Im J. 1795 wurde das ganze
Vermögen des Klosters von den Franzosen inventarisiert. In der Kirche waren
12 Altäre, 8 Gemälde und eine Bibliothek mit 1000 Bänden. *)
Der Kermeter Wald war ehemals weit ausgedehnter als gegenwärtig. Die
herumliegenden Höfe und Klöster waren berechtigt, ihr nöthiges Brennholz aus
demselben zu erhalten. Seit 1780 kaufte die Regierung den Betheiligten dieses
Recht ab, zum Nutzen des Waldes. Der Rittersitz Vlatten, der Nesselroder Hof
zu Hergarten und andere erhielten jeder 1000 Thlr., das Kloster Mariawald
1400 und das Kloster Bürvenich 2000 Thlr. |
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S.
138ff |
Gleich
unterhalb dieser ehemaligen, vielbepilgerten Waldkapelle, etwas oberhalb
Heimbach, lenkt der Ruhrfluß seinen Lauf nach Norden, welche Richtung er, mit
geringer Abweichung nach Westen, im allgemeinen bis zu seiner Mündung
beibehält. Heimbach, früher Hengebach,
(1140) Heingenbach, 11
Stunden von Aachen entfernt, ist am rechten Ruhrufer in einem romantischen
Thale gelegen, das von beiden Seiten von hohen Bergen eingeschlossen ist, die
theils bewaldet, theils mühsam urbar gemacht worden sind. Unterhalb des
Dorfes sind zu beiden Seiten des Flusses Ackerfelder und üppige Wiesengründe.
Die Einwohner treiben ehemals Weinbau, welcher durch die Franzosen 1794
erstört wurde. Jetzt sind Viehzucht, Loh= und Weißgerberei, Fischfang und
Anfertigung von Spinnrädern und Heimbacher Stühlen (kleine leichte Stühle,
welche aus Buchenholz gedrechselt und weit versandt werden) die wichtigsten
Beschäftigungen. Die Verfertiger der „Heimbacher Stühle“ bildeten ehemals
eine Verbrüderung, die es sich zur Pflicht gemacht hatte, ihre verstorbenen
Mitglieder zur Ruhestätte zu begleiten und für deren Seelenheil eine
Todtenfeier in der Kirche halten zu lassen. – Heimbach, vor der Occupation
der Länder des linken Rheinufers durch die Franzosen der Hauptort eines nach
ihm benannten Amtes im Herzogthum Jülich, ist ein großes Kirchdorf und eine
Oberförsterei im Kreise Schleiden mit 194 Häusern, 860 Einwohnern, und einem
jährlichen Kram= und Viehmarkt. Nach einer Urkunde soll das Thal Heimbach
noch im 13. Jahrhundert sehr wenig Einwohner gehabt haben und nicht kultivirt
gewesen sein. Beides zu befördern soll besonders ein Ritter von Vlatten sich
alle Mühe gegeben haben. Als sich nun Einige im Thale um die Burg angesiedelt
hatten, ertheilte Markgraf Wilhelm von Jülich (1343) ihnen beträchtliche
Freiheite, wodurch mache bewogen wurden, sich nach Heimbach anzusiedeln. Das
nöthige Brand= und Bauholz wurde den Einwohnern unentgeldlich, das den
Schreinern und Stuhlmachern erforderliche aber gegen eine billige Taxe
angewiesen. Auf dem Kermeter Walde hatten sie freie Schweinemast=Benutzung
und Viehtrift, in der Ruhr freien Fischfang ec.; dagegen waren die Heimbacher
verpflichten, 3Tage im Jahr als Treiber bei den herrschaftlichen Jagden zu
dienen, das herrschaftliche Holz zu transportiren, das nöthige Heu zu machen
und täglich 2 Wächter auf das Schloß zu stellen. – Das längst zerfallene
Schloß Hengebach war schon ums Jahr
1008 von einem adeligen Geschlechte bewohnt, welches sich davon nannte.
Kaiser Heinrich IV. schenkte (1074) dem Erzbischof Anno II. von Köln einen
Forst von der Quelle der Orkesruhr bis zu deren Mündung in die Ruhr, von da
abwärts zu beiden Seiten der Ruhr bis an das Schloß Hengebach. Gerard von
Hengebach lebte etwa um’s Jahr 1010 und heirathete die Wittwe des Godizo
(Sohn des reichen Richiso). Graf von Hengebach=Richiso und sein Sohn kommen
als Zeugen in der Schenkungsurkunde des Kaisers und Erzbischofs Anno II. vor.
1112 kommt Hermann, 1143 Walter von Hengebach in Urkunden vor. Letzterer
wurde 1147 von Erzbischof Arnold zum Vogte des Nonnenklosters Füssenich
ernannt. Goswin und Everard von Hengebach, welche räuberische Wegelagerer
waren, hatten mit ihren Helfern 6 mit Wein beladene Karren nebst deren
Bespannung und Knechten der Abtei Stablot geraubt, welche dieselben 1151 nur
theilweise wieder zurückerstatteten. Bis zum J. 1185 waren die Herren von
Hengebach mit der Vogtei zu Leggenich
(Lechenich an der Erft) belehnt. Die Grafen von Hengebach verschwinden
bereits 1210 aus den Urkunden. 1197 und 1209 kommt noch ein Everard von
Hengebach als Zeuge in einer Urkunde Erzbischofs Theoderich vor, dessen
Gemahlin eine Schwester Wilhelm’s II. von Jülich war. Wilhelm von Hengebach,
Everhard’s Sohn, folgte seinem Oheim Wilhelm II. von Jülich als Wilhelm III.,
Graf von Jülich und wurde 1209 mit Hengebach vom Pfalzgrafen Heinrich bei
Rhein belehnt. 1267 fand bei Hengebach zwischen dem Grafen Wilhelm III. von
Jülich und dem Erzbischof Adelbert von Falkenburg eine blutige Schlacht
statt, welche der Graf von Jülich mit Hülfe seines Schwagers, des Grafen von
Geldern, gewann und den Erzbischof gefangen auf das Schloß Nideggen in Haft
führte. Schloß und Gebiet Heimbach kam später an die Scheiffarde von Merode,
welche sie über 300 Jahre besessen haben. Im 14. Jahrhundert ist die
Benennung Hengebach allmähligt in Heimbach übergegangen. Als die Herzoge von
Jülich das feste Schloß zu Heimbach nicht mehr besuchten, bewohnte dasselbe
ein Burggraf, der mit seinen Burgmännern es bewachte und vertheidigte. Seit
dem 16. Jahrhundert wurde das Schloß vernachlässigt und zerfiel nach und
nach; durch den furchtbaren Brand von Heimbach (1687) wurde es gänzlich
zerstört und in eine Ruine verwandelt, von der man noch Ueberbleibsel auf
einem Berge sieht. Die Kapelle bei dem Schlosse wurde vom zeitlichen Pfarrer
zu Heimbach besorgt. 1074 mußte diese Kapelle, welche von Leo IX. (1049)
eingeweiht worden war, abgebrochen werden, weil der Ruhrfluß den Grund,
worauf sie stand, fast gänzlich unterwaschen hatte. Der Herzog von Jülich
hatte im 15. Jahrhundert das Patronatrecht der Kirche zu Heimbach; das
Benefizium der Kapelle fiel 1519 an das Kloster Mariawald, welche
Einverleigung Herzog Johen von Jülich bestätigte. Das Altarbild in der Kirche
zu Heimbach ist von Peter Soutmann, einem Schüler von Rubens, gemalt. Im
Muttergottes=Altar befindet sich das berühmte Vesperbild,welches unter den 32
Altären dieser Art in Deutschland das gelungenste und am besten konservirt
ist. |
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S.
142ff |
Die
Dörfer Hausen und Blens, dieses auf dem linken, jenes
auf dem rechten Ruhrufer gelegen und beide zur Bürgermeisterei Heimbach
gehörend, liegen in einem anmuthigen
und fruchtbaren Kesselthale, dessen westliche Seite sanft ansteigt und sich
allmählig mit dem Hochlande verschmelzt. Hausen,
mit 194 Einwohnern, im 16. Jahrhundert noch Filiale von Vlatten, hat
gegenwärtig eine Pfarrkirche. Hier wird eine fette Tonerde gegraben, woraus
Dachziegel und irdene Töpfe gebacken werden. Blens und Lupenau
sind ehemalige Rittersitze, welche von den Jülichschen Edelen von Berge,
genannt Blens, bewohnt waren. Balduin vom Berge, genannt Blens, war 1444 –
73, und dessen Sohn Gerard bis 1496 fürstlich Jülichscher Rath. Gerard,
wahrscheinlich des letztern Sohn, war Hofmeister des Herzogs von Jülich und
ward 1520 im Kloster Mariawald begraben. Gerard’s Sohn Wilhelm und dessen
Frau Eva von Hetzingen gründeten 1518 den Muttergottes=Altar in Mariawald, zu
ihrer und ihrer Eltern Seelenheil. Sie geriethen später mit dem Kloster in
Streit, der durch Werner von Binsfeld, Landdrosten und Amtmann zu Nideggen,
und Rabolt von Plettenberg, Herrn zu Dreiborn, Amtmann zu Heimbach,
geschlichtet wurde. Im Jahre 1600 war Blens im Besitz der Familie von Kolf. Unter
Blens, einem sehr freundlichen
Dorfe in der Pfarre Hausen, tritt die Ruhr in den Landkreis Düren ein, dessen
Süd= südwestlicher Theil vom Randgebirge erfüllt ist und sich hier an das
Eifel= und Venngebirge anschließt; der bei Weitem größere östliche und
nördliche Theil gehört dem Flachlande, der fruchtbaren, kornreichen
„Feldgegend“ und dem „Jülicher Lande“ an. Unterhalb Blens schließt sich der
Ruhrkessel wieder auf kurze Strecke, dann aber erweitert sich das Thal bei
Abenden: herrliche Wiesen, mit Baumgärten und Ackerfeldern abwechselnd,
schmücken den Thalgrund. Weiter abwärts treten die Steilufer der Ruhr wieder
näher zusammen und erst bei Winden wird die Aussicht freier. Zu Blens,
Abenden, Berg vor Nideggen wird Hanfbau getrieben; der Flachs gerät daselbst
nicht gut. Zwischen Heimbach und Nideggen bietet die Flora mehrere
Seltenheiten, welche weiter abwärts im Ruhrthale nicht mehr vorkommen. Besonders
reich ist diese Gegend an Galeopsis grandiflorus, welche unter dem Namen
Liberscher Thee hier häufig gesammelt und ausgeführt wurde. |
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S.
497f |
Hergarten, (900) Villa
Herigarda, (1140) Hergard,
ein Kirchdorf in der Bürgerm. Bleibuir mit 268 Einw., 1 ½ St. Nordöstlich von Gemünd, 6,35 Ml. Von
Aachen entfernt. Es liegt auf einer östlichen Terrasse des Kermeter
Hochwaldes, im Thale der Lupperfurth (dem späterm Vlattenbach), einem linken
Zubache des Rothbaches. Die Villa Herigarda mit einer Kapelle wird schon im
10. Jahrh. genannt; im 13. Jahrh. wird die Kirche zu Hergarden unter den
Pfarrkirchen des Zülpicher Dekanats aufgeführt, bei welcher der Herzog von
Jülich (1400) das Patronatrecht besaß. 1603 incorporirte der Herzog Johann
Wilhelm von Jülich, Cleve ec. die Pfarrkirche Hergard dem Kloster Mariawald,
behielt sich das Ptronatrecht jedoch vor. Seitdem ist diese Pfarrkirche bis
zur französichen Suppression von einem Pater des Klosters anministrirt
worden. |
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S.
498f |
Vlatten, Ober=
und Unter=Vlatten, (800) Flattana
und Vlatta, (1100) Flattene, ein Kirchdorf in der
Bürgerm. Bleibuir mit einer Burg und 308 Einw. Es ist 2 St. Nordnordöstlich
von Gemünd, 10 St. (6,1 Ml.) von Aachen entfernt und liegt in einem
lieblichen Thale der Lupperfurth, zwischen anmuthigen hügeln und Obstgärten.
Hier hatten die fränkischen Könige einen Pallast, den sie Flattana nannten.
Kaiser Lothar I. besuchte denselben häufig und hielt sich gemäß hier
ausgefertigter Urkunde am 6. Dezember des Jahres 846 in demselben auf. Kaiser
Arnulf schenkte dem Aachener Münsterstift den Zehnten des Königsgutes
Flattina. Von einem Hofe zu Vlatten nannte sich später ein adeliges
Geschlecht, welches bedeutende Besitzungen in der Eifel erwarb. Mit diesem
Besitz war das Erbmundschenkamt für Jülich verbunden. Schon gegen Ende des
13. Jahrh. erlosch der Mannesstamm des ältern Geschlechts von Vlatten.
Hermann von Vlatten kommt 1250 in Urkunden vor. Werner von Vlatten lebte bis
1293 , nach dessen Tode die von Merode in den Besitz der Burg Vlatten und
(1336) zum Erbmundschenkamt gelangten. Werner’s Sohn, Johann, nahm den Namen
„Vamme Rode“ an und dessen Enkel Gerhard wurde der Stammvater der Hauptlinie
zu Merode (Pfarre D’horn), Carsilius aber der Stammvater der Linie zu Buir
und Johann der Stifter der Linie zu Vlatten. Im Jahre 1429 besiegelte Werner
von Vlatten, Herr zu Dreiborn, den Burg=, Städte= und Landfrieden, welchen
Herzog Adolph II. von Jülich und Berg mit Johann II. von Loen, Herrn zu
Heinsberg, abschloß. 1436 waren die Burg zu Altenahr und das Schloß Löwenburg
dem Werner von Vlatten verpfändet. Wilhelm von Vlatten, Herr von Dreiborn und
Heimbach, reiste nach Palästina und empfing den Ritterschlag am h. Grabe. –
Im 13. Jahrh. wird Vlatten als Pfarrkirche im Zülpicher Dekanat genannt; im
16. Jahrh. wird dieselbe im jülich’schen Amt Nideggen aufgeführt; damals
hatte das Kipitel zu Jülich das Patronatrecht daselbst, welches der Markgraf
Wilhelm IV. demselben (1340) verliehen hatte. Auf der im Jahre 1289 zu Conzen
wegen des Viehzehnten abgehaltenen Synode waren auch die Pfarrer von Vlatten
und Bürvenich anwesend. - In der Nähe von Vlatten wird Kupfer= und Bleierz
gegraben. Zwischen Hausen und Vlatten ist eine merkwürdige Einsenkung beim
sogenannten Dunkelpütz, aus welcher die Wasser durch 4 verschiedene Thälchen
theils zur Erft und theils zur Ruhr abgeführt werden; hier ist demnach die
Wasserscheide zwischen Maas und Rhein von sehr geringer Breite und relativer
Höhe. |
Überhaupt
ist das Lesen dieser Quelle für den ehemaligen Regierungsbezirk äußerst interessant.