Der Geschichtsverein Stadt Heimbach e.V. informiert

 

 

Chronik der Bürgermeisterei Heimbach ab 1823

 

Im Stadtarchiv wird eine Chronik der Bürgermeisterei Heimbach von 1823 – 1846 (Band 1)

und von 1864 –1928 (Band 3) aufbewahrt. Band 2, 1847 – 1863, ist bisher nicht auffindbar.

Zur Bürgermeisterei Heimbach gehörten: Heimbach, Hasenfeld, Hausen und Blens.

Das Aufgezeichnete gibt einen Einblick in die „überlieferungswerten“ Ereignisse der damaligen Zeit. 

Da es wahrscheinlich für viele von Interesse ist, möchten wir Auszüge aus der Chronik in loser Folge im „Stadtjournal Heimbach“ veröffentlichen.

Dr. Norbert Saupp hat bei der Bearbeitung seines Buches „Heimbach – Geschichte einer Stadt“(1993) die handgeschriebene Chronik transkribiert. Hierbei hatten Josef Daheim und Heinrich Schmitz (+) wertvolle Vorarbeit geleistet  Um die Originalquelle zu erhalten, wurden die Schreibweise und Orthographie des Originals beibehalten.

 

Chronik der Bürgermeisterei Heimbach, im Kreise  Gemünd,  Regierungsbezirk Aachen.

(Auszüge)

Nachrichten aus dem Jahr 1823.

Mit dem Anfang dieses Jahres wurde eine neue Armen Ordnung eingeführt....Außer dem Bürgermeister und dem Pfarrer wurden zu Mitgliedern der neuen Armen Verwaltungs

Commission ernannt:...

In der Nacht vom 9. auf den 10. September brach zu Heimbach eine Feuersbrunst aus, wodurch in weniger als 2 Stunden 17 Wohngebäude und 1 Scheune nebst Stallung in Asche gelegt wurden. Das Feuer griff mit solcher Schnelligkeit um sich, dass die Bewohner sich kaum zu retten vermochten, daher denn alle ihre Habseligkeiten ein Raub der Flammen wurden. Ein wahrhaft trauriger Anblick! Wo vor wenigen Tagen noch der Fleiß thronte, da erblickte man jetzt öde leergebrannte Plätze, und die Sonne, die Tages zuvor noch freundlich das friedliche Tal verließ, begrüßte am folgenden Morgen 17 Einwohner tiefgebeugt und von Allem entblößt an der Brandstätte des väterlichen Herdes. Aber von nahe und ferne kommen gute Menschen herbei, die Lage der Unglücklichen zu lindern, und gewiß  wird auch unsere milde und edelgesinnte Regierung nach Kräften Unterstützung gewähren.

 

Durch ungünstige Zeitverhältnisse und durch mit unter große Sorglosigkeit früherer Verwalter war die Bürgermeisterei tief in Schulden gerathen... Hierbei stellte sich die Gesamt Schuld auf cirka 1 400 Thlr. heraus, zu deren Tilgung kein anderes Mittel übrig blieb, als sämtliche Gemeinde Güter zu veräußern, und wurde hierzu am 13. Februar vorgeschritten, wo sich eine Verkaufs Summe  von 1.373 Reichstaler 5 Sgr. ergab, so dass auf diese Weise nun ungefähr sämtliche Schulden getilgt werden können.

 

Nachrichten aus dem Jahr 1824

Im Monat März wurde der Bürgermeister Spürck aus Bleybuir von der kommissarischen Verwaltung  der hiesigen Bürgermeisterei, die er seit dem Jahr 1820 versehen hatte, entbunden und der Johann Heinrich Schroeder von Heimbach auf den Antrag des Gemeinde Raths zum Bürgermeister ernannt.

Am 28. Oktober endete Franz  Lennartz von Hausen mittels Sturzes  von einem Gemäuer an dem Kloster Mariawald, wo derselbe mit Abbrechen beschäftigt war, sein Leben. Er hinterließ eine weinende Witwe und zwei noch unerzogene Kinder. Welche Gefahr mit der Art Beschäftigung verbunden ist und wie sehr daher Vorsicht Noth thut, davon gibt dieser Unglücksfall abermals einen Beweis.

 

Nachrichten aus dem Jahr 1825

Im Monat März wurde... der Ackersmann  Mathias Wilhelm Heinen zum Beigeordneten Bürgermeister von Heimbach ernannt.

Ferner wurde der Pfarrer Weber von Hausen, nachdem derselbe dieser Pfarre seit dem Jahr 1820 vorgestanden hatte, nach Mariaweiler bei Düren versetzt, und an seine Stelle der Kaplan Ringelkamp aus Neuss ernannt.

Am 18. August wurde zu Hasenfeld  ein vierjähriges Kind von einer Kohlfuhre überfahren, so dass es an den Folgen der erhaltenen Verletzungen kurz darauf starb. Bei den angestellten Untersuchungen stellte sich heraus, dass der Fuhrmann an dem Unglücke kein Verschulden hatte, daher auch nicht vor Gericht gezogen wurde.

Ende dieses Jahres wurde ein Feuerspritzenhäuschen zur Vollendung gebracht. Es war dies ein sehr notwendiger Bau, da die Feuerspritze früherhin  unter freiem Himmel und den Einflüssen der Witterung blosgestellt war, und ist somit einem dringenden Bedürfnis abgeholfen. ...

Durch die großen Wasserfluthen  im Herbste des verwichenen Jahres und den dadurch veranlaßten hohen Wasserstand des Roer Flusses, wurde die  über letztere  führen Fußbrücke weggeschwemmt, an deren Stelle in diesem  Jahr eine neue zu 56 Thlr. exklusive  der Hand-und Spanndienste, erbaut worden ist.

Auch die im Jahr 1823 niedergebrannten Gebäude sind größtenteils wieder errichtet, und zwar schöner und regelmäßiger als zuvor, so dass aus diesem Retablissements eine Verschönerung für den ganzen Ort hervorgegangen ist. Der Retablissements Plan wurde mit Umsicht von dem Herrn Communal Baumeister Ulich entworfen, und mit einigen geringen Modifikationen durchgeführt. ...

Die Gemeinde Waldungen von Hausen sind unter eine ordnungsgemäße Administration gebracht  und der Schutz derselben den Königl. Förstern Küpper von Heimbach und Mattonet von Gemünd anvertraut worden. ...

Also eingetragen zu Heimbach d. 24. Januar 1826                      Der Bürgermeister: Schröder

                                                                                                              

(wird fortgesetzt) (T. Kl.)

 

 

Falls ihnen Unterlagen, Urkunden, Briefe, Tagebücher, Bilder oder dgl. aus vergangener Zeit

vorliegen, wären wir für die leihweise  Überlassung (Kopien können wir anfertigen) oder für ein Gespräch sehr dankbar.

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Kontaktpersonen: Peter Cremer (02446/3177)                    Theo Kleinschmidt (02446/3155)

                              Kleestr.21a                                              Auf Waatscheidt 10

                              52396 Heimbach – Hasenfeld                 52396 Heimbach

 

 

 

 

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